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Baltikum Roadtrip

Im Sommer 2017 waren wir ein paar Wochen im Baltikum unterwegs. Als wir uns dazu entschieden wussten wir nicht viel über die Region, ich verwechselte Lettland und Litauen auf der Karte und wusste nicht was uns dort erwartet. Etwas Recherche später war uns klar, dass die Gegend perfekt für einen sommerlichen Roadtrip ist. Es gibt viel unberührte Natur, keine Einschränkungen bei der Wahl des Übernachtungsplatz, spannende Städte und günstigeren Diesel als bei uns (zumindest ein bisschen).

Wir sind über Weimar, Breslau und Warschau nach Litauen gefahren. Der ursprüngliche Plan war es die Router über Danzig und die russische Enklave Kaliningrad zu wählen. Da Russland aber zu Beginn des Jahres das drei Tages Visum on Arrival gestrichen hat und trotz Ankündigung bisher kein neues Visum (außer das 90 Tage Russland Touristen Visum) geschaffen hat, mussten wir die Ecke auslassen.

In Litauen gestartet sind wir in Kaunas, einer kleinen Stadt (die trotzdem die dritt-größte ist) die seit langer Zeit strategisch und wirtschaftlich wichtig am Zusammenfluss zweier Flüsse liegt. in Kaunas haben wir das erste Mal die lokale Küche probiert. Dazu gehört kalte Rote-Beete oder Radieschen Suppe, Teigtaschen gefüllt z.B. mit Pilzen, Rotkohl, Kartoffeln, und Fleisch, bzw. an der Küste auch viel Fisch.

Die Hauptstadt von Litauen ist Vilnius und liegt nicht weit von der weißrussischen Grenze entfernt. Die Stadt ist ein Mix aus alten Gebäuden verschiedenster Epochen in der Innenstadt, teilweise restauriert, teilweise auch noch darauf wartend, modernen Hochhäusern im CBD und den sowjetischen Mietshäusern in der Vorstadt. Einen tollen Überblick auf die Stadt erhält man vom Burghügel, auf dem der Gediminas Turm, das Wahrzeichen der Stadt thront. Wir hatten einen ruhigen Parkplatz im grünen am Wasser gefunden, von dem man nur 5 Minuten zum Hügel brauchte, so konnten wir die Stadt zu Fuß erkunden.

Die nächste Zeit gibt es für uns an der weißrussischen und anschließend Russischen Grenze Richtung Norden. Die Gegend ist sehr dünn besiedelt, besticht aber mit grandiosen Seen-Landschaften und Wäldern. Ein Problem einen einsamen Schlafplatz zu finden, wo man morgens schnell in den See springen kann hatten wir nie. Schrecklich waren nur die Mücken, die besonders in den Nationalparks zu Millionen auftraten.  Mit dem Grenzübertritt nach Estland ändere sich einiges. Die Sprache erinnert an finnisch und die Anzahl an Ausländern wurde etwas höher. In Lettland und Litauen haben wir nur sehr wenig anderen Urlauber gesehen, in Estland gab es Finnen und Russen die mit ihren Wohnmobilen Urlaub machte.

Da wir in Tartu, einer jungen Studentenstadt, den ersten (und einzigen) Tag mit Regen auf der Reise hatten verbrachten wir den Tag nach einem kurzen Stadtspaziergang im Museum.

Die Städte, und auch kleineren Orte haben wir natürlich auch immer genutzt um die Lebensmittelvorräte aufzufüllen. Da wir beim Blaubeeren sammeln nicht besonders erfolgreich waren und wir vom Pilze sammeln keine Ahnung haben, haben wir diese überaus baltischen Produkte vom Markt bezogen. Bei ca, 4-5 Euro für ein Kilo Beeren oder Pfifferlinge war das sicher nicht verkehrt.

Im Lahemaa Natrionalpark haben wir dann das erste Mal auf der Tour das Meer gesehen und den nördlichsten Punkt des Baltikum besucht.

Tallinn, die Hauptstadt von Estland empfing und mit 25°, einer historischen Altstadt, spannenden alten Bauten, einem geschäftigen Hafen und einer Flut von Kreuzfahr-Touristen. Plötzlich war es nicht mehr außergewöhnlich deutsch zu hören. Zufällig sind wir in eine Free-Walking Tour geraten der wir uns spontan anschlossen und 2 Stunden durch die Altstadt geführt wurden.  Da Helsinki nur 2 Stunden mit der Fähre entfernt liegt, sind wir für 25€ pro Person für einen Tag rüber gefahren und haben uns die finnische Hauptstadt erkundet. Auch hier waren die Kreuzfahrtschiffe, die wir vorher schon in Tallinn gesehen hatten. So unterschiedlich ist unser Urlaub dann doch nicht 😉

Leider ist uns nach Tallinn etwas die Zeit davon gelaufen. Daher sind wir direkt nach Pärnu, dem Stand und Urlaubsort der Esten. Der alte Ort mit seinen Holzvillen hat vor ein paar Jahren eine große schicke neue Strandpromenade bekommen, hinter der wir unter Bäumen übernachten konnten. Das Wetter dort war so heiß, dass wir einen kompletten Strand-Tag eingelegt haben, inkl. Sonnenbrand und baden in der Ostsee (die dort etwas wärmer sein soll als anders wo).

Anschließend gab es ein Wiedersehen mit Lettland, die Hauptstadt Riga wollten wir uns nicht entgehen lassen. Die Letten, besonders die Bewohner von Riga sind besonders stolz darauf, dass die Tradition des geschmückten Weihnachtsbaumes von dort kommt. In den Anfängen gehörte das Verbrenne des Baumes auch dazu, auch wenn dieses Brauch sich nicht durchgesetzt hat.

Riga besitzt einen riesigen bestand an Wohnhäusern im Jugendstil, die prächtige Fassaden haben und abseits der Altstadt zu finden sind. Wer sich nur nur dort aufhält verpasst wirklich etwas. Hinterm Hauptbahnhof hat Riga einen Markt, bestehend aus mehreren großen Hallen und offenen Plätzen. Hier wird jeden Tag eingekauft. Die einzelnen Hallen sind für Fleisch, Fisch, Gemüse und Obst. Draußen haben sind allerhand Ramsch Stände angesammelt. Wer frische und günstige Lebensmittel sucht ist dort goldrichtig.

Nach Riga haben wir nochmal ein paar Tage die wunderbare Natur genossen, am Meer übernachtet und lecker gegessen. Dann ging es auch schon wieder zurück.  Dieses Mal mit der Fähre von Liepaja nach Travemünde, 27 Stunden auf der Ostsee – zum Glück war das Wetter gut.

Istanbul & die Gastfreundschaft der Menschen

In Bulgarien war uns aufgefallen, dass wir bisher (und das waren immerhin gut 3500 Kilometer) keinen einzigen Stau hatten. Das sollte sich in Istanbul schnell ändern. Mit einem 6 Meter langen Gefährt, dass nicht unter jeder Brücke durch passt und fast so breit ist wie ein LKW in eine Großstadt wie Istanbul, das klingt erst mal nicht nach der klügsten Entscheidung. Jedoch hatten wir im Internet von einem Parkplatz direkt am Bosporus gehört, von dem viele Sehenswürdigkeiten zu Fuß erreichbar wären und Camper geduldet würden, auch wenn es kein Campingplatz sei. Diesen Platz wollten wir ansteuern.

Also befragten wir die Campingplatz Betreiberin an der Türkisch Bulgarischen Grenze nach dem klügsten Weg und der besten Abfahrtzeit. Trotzdem wurden die Straßen immer voller je näher wir der Stadt kamen bis der Verkehr zum Erliegen kam. Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichten wir den Parkplatz auf den schon andere Camper, besonders aus Frankreich standen.

Die nächsten 3 Tage streiften wir durch Istanbul, gingen auf den Basars Shoppen, besichtigten Moscheen und andere Sehenswürdigkeiten und genossen das köstliche Türkische Essen.

Sobald die Türken hören, dass man Deutsch spricht, haben die meistens mindestens ein „Hallo wie geht’s?“ auf Lager, sehr viele die wir getroffen haben sprechen richtig gut. Mit Deutsch kamen wir genau so weit wie mit Englisch. Auf der Autobahn fuhr auch mal ein Auto neben uns, die Jungs darin kurbelten die Scheibe runter und riefen wo wir her kommen um bei unserer Antwort winkend und hupend weiter zu fahren. In einem Restaurant erzählte uns der Kellner, dass er vor kurzem in Köln gewesen wäre und über der Pizzeria zwischen Rewe und Aldi auf der Neusser Straße gewohnt hätte, direkt ums Eck bei uns.

Ganz ähnlich ergeht es und in Griechenland, wo wir momentan sind. Die letzten beiden Nächte haben wir außerhalb von Orten am Strand verbracht. Am ersten Morgen trafen wir einen Griechen, der früher mal in Dortmund gearbeitet hat und uns auf Bier, Kaffee und Krebse zu sich nach Hause einlud. Wir lehnten ab, da es halb 12 Mittags war und der Mann schon ziemlich betrunken war. Am zweiten morgen hielt neben uns ein Mofa mit einem alten Mann der seinen Hund ausführte. Er klopfte an die Scheibe und fragte wo wir in Köln wohnen würden, er käme aus Deutz. Dann zeigte er seine Bayer Jacke, wo er bis zu seiner Rente gearbeitet hätte. Im Sommer wären sie immer in Griechenland. Er verabschiedete sich, kam 30 Minuten später im Auto mit Kölner Kennzeichen und seiner Frau wieder und brachte zwei große Tüten mit Obst und Gemüse aus seinem Garten mit.

Seit Istanbul sind wir quasi auf dem Rückweg, der Östlichste Punkt unserer Reise ist erreicht. Wir haben uns einen Fährplatz gebucht, der uns Durres, Albanien nach Bari, Italien bringt. Am 17.09 um 23:00 Uhr geht’s los.

Jetzt sind wir in Thessaloniki und haben das erste Mal richtig schlechtes Wetter. Es ist kühl, grau und es regnet immer mal wieder.

Buzludzha – Monument der sozialistischen Partei Bulgariens

Buzludzha oder auch Buzludja ist eigentlich nur ein 1400 Meter hoher Berggipfel im Balkangebirge, jedoch befindet sich auf diesem Gipfel ein skurriles riesiges Gebäude, dass die Sozialistische Partei Bulgariens dort 1981 errichtet hat. Ich hatte schon an verschiedenen Stellen Bilder von dem Gebäude gesehen und wollte dort unbedingt hin. Wir waren uns nur nicht sicher, wie wir mit unserem langsamen, schweren Camper auf den Berg kommen sollten. Außerdem wusste unser Navi auch nicht so recht über den Weg Bescheid. Allerdings musste die sozialistische Partei beim Bau Unmengen Beton und Stahl auf den Gipfel bringen, weshalb es zwei breite Straßen gibt. Anscheinend wurde die Straßen schon etwas länger nicht mehr gebraucht, weshalb wir von einem Schlagloch ins nächste holperten. Wir brauchten Ewig bis wir oben waren und es wurde schon dunkel.

Oben angekommen stellen wir uns vor das Gebäude auf einen von Gras überwachsenen Parkplatz. Die Temperatur war bei angenehmen 15°, so dass wir endlich mal wieder ruhig schlafen konnten ohne, dass wir nachts wegen der Hitze aufwachten. Wir waren die ganze Zeit dort alleine, mit Ausnahme einer Gruppe (Wild-?) Pferde, die auf dem Gipfel wohnt und nachts um unseren Camper rum standen.

Morgens sind wir dann die überwachsenen Steinstufen hoch vom Parkplatz zum Gebäude. Neben den Pferden leben dort auch unzählige kleine Vögel die im Schwarm um die Turmspitze flogen.

Das Gebäude steht schon längere Zeit leer und keiner fühlt sich verantwortlich, deshalb ist es auf den zweiten Blick ziemlich verfallen. Bei der Umrundung fanden wir ein kleines Loch durch das man ins Innere gelangen konnte. Der Innenraum wird dominiert durch eine Runde Versammlungshalle. Außerhalb der Halle verläuft eine Galerie mit Fenstern von denen man übers Land blicken kann. Die Versammlungshalle und die Galerie sind mit Wandmosaiken geschmückt, die bulgarische und internationale berühmte Sozialisten zeigen. Leider sind die Mosaike teilweise stark zerstört. Nicht erreichbar, und damit auch nicht zerstört ist das Mosaik mit Hammer und Sichel, das kreisrund in der Mitte der Versammlungshalle hängt. Das Gebäude verfügt auch über eine Eingangshalle (stark zerstört) mit offenen Treppen und mindestens zwei Kellergeschosse, die teilweise unter Wasser stehen. Den riesigen Turm kann man über einen Anbau erreichen. Dafür muss man ein Stockwerk nach unten. Der Turm selber kann auch noch bestiegen werden, oben ist er offen.

Nach unserem morgendlichen Besuch haben wir unsere Sachen gepackt und sind in Richtung Türkei weiter fahren. Nun sind wir auf einem Campingplatz direkt hinter der Grenze, planen die nächsten Tage und waschen.

Dubrownik – die wohl schönste Stadt Kroatiens

Dubrownik ist die in Kroatien am meisten besuchte Stadt. Der Grund dafür ist die große, vollkommen erhaltene Altstadt mit ihrer imposanten Befestigungsanlage. Zum Glück lagen keine großen Kreuzfahrtschiffe vor Anker, so waren es nicht ganz so viele Menschen die sich in den Gassen tummelten.

Wir haben die Besichtigung mit einer Tour über die Stadtmauer begonnen, über die man die ganze Stadt umrunden kann und einen herrlichen Blick über die Dächer, das Meer und die vorgelagerte Insel hat. Mittags haben wir zufällig zwischen den ganzen Fischrestaurants ein kleines veganes Lokal gefunden in dem wir gut gegessen haben.

Wir hatten einen Campingplatz in einem kleinen Vorort von Mostar auf dem wir unseren Camper unter Limetten- und Feigenbäumen parken konnten. Der Mittelpunkt des Platzes war eine kleine Kapelle, die nicht mehr genutzt wird. Der Luxus des Platzes war, dass wir mit einem Wassertaxi direkt in die Altstadt fahren und nach der Stadtbesichtigung nochmal kurz in die kühlende Adria springen konnten.