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Tourenbericht – Die Glockner Runde

Recht spontan ging es im Juli für eine Woche in die Alpen. Die Idee war es, wie auch im letzten Jahr wieder eine mehrtägige Hüttenwanderung durch hochalpines Gelände zu unternehmen.  So sind wir auf die Glockner Runde gekommen, bei der der höchste Berg Österreich in einer Woche umrundet wird. Die Tour haben wir dann etwas angepasst, die Etappen verlängert und die Übernachtungshütten ausgewählt. Hier gibt es eine Karte zur Tour wie wir sie gemacht haben.

Tag 1: Wir starteten um 3 Uhr morgens Richtung Süden. Keine gute Zeit um entspannt in den Urlaub zu starten, aber wir wollten am Samstag noch eine Etappe schaffen, also blieb uns keine Wahl. Um 12 Uhr erreichten wir das Parkhaus am Alpenhaus Kesselfall in Kaprun, wo wir kostenlos parken konnten. Dann ging es noch mit Bus, Schrägwandaufzug und noch einem Bus hoch zum Stausee Mooserboden. Durch die Stauseen wird der Strom für die Region produziert. Die Stauseebetreiber haben dort zusätzlich ein Ausflugsziel geschaffen, bei dem man ohne größeren Aufwand auf über 2000 Meter kommt. Kurz hinter der Staumauer haben wir die Touristen hinter uns gelassen und sind am Stausee entlang Richtung Rudolfshütte gewandert. Leider wurde das Wetter schnell schlechter und nach kurzer Zeit mussten wir schon unsere Regensachen auspacken. Da es noch früh in der Saison war(diese beginnt in der Regel erst Mitte Juni und Endet Mitte September), haben die ersten Schneefelder auch nicht lange auf sich warten lassen. So gingen wir Stunde um Stunde durch Regen und Schneeregen von oben und nassen Schnee von unten. Nachdem wir den höchsten Punkt der Etappe (2621m) hinter uns gelassen hatten, und den Tauernmoossee im Tal sahen dachten wir die Hütte sei nicht mehr weit. Leider lag die Hütte nicht am Tauernmoossee sondern am Weißsee, was bedeutete, dass wir noch einmal ganz ins Tal und dann wieder ganz herauf mussten.  Zwischendurch haben wir bei der Hütte angerufen und gefragt bis wann es Abendessen gibt. Uns wurde gesagt, bis 8 Uhr könnten wir essen, das spornte uns zusätzlich zur Eile an.

Die Rudolfshütte heißt eigentlich Berghotel Rudolfshütte und das ist sie auch, ein Skihotel. Sehr groß, mit eigenem Lift, der in das Hotel führt (die Anreise mit Rollkoffer ist möglich), dazu Wellness und Livemusik am Abend. Als wir nass und fertig ankamen war es schon nach sieben Uhr. Wir hatten Lager gebucht und waren alleine dort was uns sehr freute. Außerdem gab es einen Trockenraum, in dem unsere nassen Sachen bis zum morgen wieder trocken wurden. Um viertel vor acht haben wir dann noch das Buffet gestürmt und die Reste abgeräumt. Vielleicht wurde uns aus dem Grund das Abendessen nicht berechnet.

Fakten:

Entfernung: 14,3 km
Dauer: 6 Stunden, 28 Minuten und 39 Sekunden
Durchschnittsgeschwindigkeit: 2,2 km/h
Minimale Höhe: 1972 m
Maximale Höhe: 2621 m
Anstieg (insgesamt): 1209 m
Gefälle (insgesamt): 950 m

Tag 2: Die Schuhe waren wieder trocken, der Wetterbericht versprach aber keine Besserung. Und dabei stand uns eine der anspruchsvollsten aber auch schönsten Etappen bevor – mit bester Sicht auf die Glocknergruppe. Gesehen haben wir an dem Tag nichts außer Nebel und Regen. Trotzdem war es ein schöner Weg, der sich entlang der Hänge in Richtung Süden zog. Zwischendurch gab es viele Schneefelder, die wir queren mussten. Manche waren so steil, dass man beim Abrutschen keinen Halt mehr gefunden hätte. Bei einigen wartete am Ende des Schneefeldes eine Steilwand, was uns schon ein wenig Respekt einflößte. Gespurt waren die Schneefelder auch nicht, erst am dritten Tag haben wir einen andere Wanderer auf der Tour getroffen. Gegen Nachmittag kam zum Regen auch noch ein starker Wind, der die kalten Finger in den nassen Handschuhen noch mehr Schmerzen ließ. Als wir endlich bei der Sudetendeutschen Hütte ankamen freuten wir uns über den warmen Kamin im Gästeraum. Auch hier war das Glück auf unserer Seite. Das 10 Betten Lager unterm Dach hatten wir für uns. Ansonsten waren nur eine handvoll anderer Gäste dort. Der Kamin im Trockenraum war leider nicht an, wir durften aber unserer Schuhe auf dem Kamin im Gästeraum trocknen.

Fakten:

Entfernung: 16,0 km
Dauer: 7 Stunden, 31 Minuten und 7 Sekunden
Durchschnittsgeschwindigkeit: 2,1 km/h
Minimale Höhe: 2201 m
Maximale Höhe: 2844 m
Anstieg (insgesamt): 1278 m
Gefälle (insgesamt): 997 m

Tag 3: Eigentlich hatten wir für diese Etappe einen Gipfel eingeplant. Wir wollten von der Sudetendeutschen Hütte auf den Großen Muntanitz (3232m) steigen. Von dort soll man einen spektakulären Ausblick auf die Berge der Granatspitzgruppe und der Glocknergruppe haben.  Da es aber nicht so aussah, als könne man mehr als 50 Meter weit sehen und weil es beim Frühstück wieder zu schneien anfing, haben wir diesen Plan verworfen. Also machten wir uns direkt auf den Weg Richtung Kals, einem Dorf, dass im Tal liegt und wo wir für die nächste Nacht eine Übernachtung geplant hatten. Und nachdem wir durch eine Scharte ins Nachbartal gestiegen waren ließ sich zum ersten Mal die Sonne blicken. Gegen Mittag war vom schlechten Wetter nicht mehr übrig. Die Regensachen wurden verpackt und es ging mit guter Laune Richtung Tal. Dann trafen wir den ersten Wanderer der Tour, der in entgegengesetzter Richtung unterwegs war. Er hatte zuvor die Blauspitze besucht, zu der wir einen kleinen Umweg machten, nachdem uns er Muntanitz verwehrt blieb. Von dort hatten wir einen schönen Ausblick ins Tal und konnten zum ersten Mal den Gipfel vom Großglockner zwischen den Wolken sehen.

Nach einem schier endlosen Bergab über Wege und Skipisten erreichten wir den kleinen Ort Kals. Nachmittags war es schon wieder so warm, dass wir uns auf dem Balkon bräunen konnten. Abends gab es Pizza, im Bett, das war am einfachsten.

Fakten:

Entfernung: 14,3 km
Dauer: 7 Stunden, 16 Minuten und 23 Sekunden
Durchschnittsgeschwindigkeit: 2,0 km/h
Minimale Höhe: 1370 m
Maximale Höhe: 2834 m
Anstieg (insgesamt): 406 m
Gefälle (insgesamt): 1715 m

Tag 4: Morgens war klar, es ist T-Shirt Wetter und der Wetterbericht sagte auch für die nächsten Tage nur gutes voraus, also wurden die Regensachen ganz weit unten im Rucksack verstaut. Da wir (aufgrund von fehlenden Übernachtungsmöglichkeiten am Berg) am Tag vorher ins Tal abgestiegen waren hieß es auf der heutigen Etappe wieder jede Menge Höhenmeter nach oben gut zu machen. Wir starteten leicht bergauf, bevor wir abbogen und einem sehr steilen grasbewachsenen Weg herauf folgten. Nach vielen Serpentinen öffnete sich vor uns ein grünes Tal mit Alm an dessen Ende der Großglockner mit seinem Gletscher thronte. Dieser Weg war uns als schöner als der Standardweg beschrieben worden, jetzt wussten wir warum. Unser Weg führte uns an der rechten Seite des Tals stetig nach oben und immer näher an den höchsten Berg Österreich. Zwischendurch, beim Pause machen konnten wir ein Murmeltier ganz der Nähe beobachten, wie es die Blüten der Pflanzen fraß. Unser Ziel war die Stüdlhütte, eine der Ausgangshütten für die Besteigung des Großglockners. Da es wieder gutes Wetter war, war dort viel los, alle wollten auf den Berg. Somit hatten wir das das erste Mal kein Lager für uns alleine. Da wir recht früh an der Hütte waren, machten wir nach einer Pause eine kleine Tour auf die Schere, dem Hausberg der Stüdlhütte. Von dort hat man den besten Blick auf die Gletscher, den Glockner und die umliegenden Berge.  Abends gab es ein großes Buffet, gar nicht Hütten-Like. Gut war es trotzdem.

Fakten:

Dienstag, 4. Juli 2017 08:48 MESZ
Entfernung: 10,8 km
Dauer: 4 Stunden, 52 Minuten und 39 Sekunden
Durchschnittsgeschwindigkeit: 2,2 km/h
Minimale Höhe: 1353 m
Maximale Höhe: 2813 m
Anstieg (insgesamt): 1539 m
Gefälle (insgesamt): 78 m

Fakten Schere:

Dienstag, 4. Juli 2017 14:48 MESZ
Entfernung: 1,3 km
Dauer: 1 Stunden, 6 Minuten und 46 Sekunden
Durchschnittsgeschwindigkeit: 1,2 km/h
Minimale Höhe: 2814 m
Maximale Höhe: 3099 m
Anstieg (insgesamt): 293 m
Gefälle (insgesamt): 8 m

Tag 5:  Es ging durch eine Scharte in Richtung Salmhütte. Der Aufstieg über den erdigen Boden war wohl einer der steilsten der Tour. Die Salmhütte hatten wir schnell erreicht. Wir nutzten den Zwsichenstop um etwas zu essen und die Wasservorräte aufzufüllen. Die kleine Salmhütte gehört zu den ältesten Hütten im Aplenraum. Aktuell wird ein Anbau errichtet, der mehr Platz bieten soll. Anschließend ging es weiter in Richtung Glocknerhaus. Da wir wussten, dass der nächste Tag sehr anspruchsvoll werden würde, wollten wir eigentlich keine Umwege gehen. Als wir aber vom Kamm des Berges runter auf das Glocknerhaus blicken konnten (und wir erst Mittags hatten) entschieden wir noch einen Umweg über die Pasterze zu machen.  Die Pasterze ist der größte Gletscher Österreichs und damit natürlich auch ein Touristenmagnet. Dazu trägt bei, dass man den Gletscher bequem über die Großglockner-Hochalpenstraße erreicht. Am Ende der Straße gibt es alles was das Touristenherz höher schlagen lässt. Souvenirshops mit Plüsch Murmeltieren, Ausflugsrestaurants, usw. Nach mehreren Tagen in den Bergen war das ein harter Kontrast. Der Umweg über die Pasterze ist aber trotzdem empfehlenswert. Auch wenn man den Touristenmassen sehr nahe ist, sind nur nur ganz am Ende anderen Besuchern begegnet. Leider war das Glocknerhaus ein Reinfall auf ganzer Linie. Es ist zwar eine Alpenvereinshütte, liegt aber auch direkt an besagter Straße und zielt scheinbar mehr auf Tagestouristen als auf Wanderer ab. Abends war nicht viel los, im Lager waren wir mit einer weiteren Person. Das Personal glich einer Freakshow, ein Großteil war betrunken oder verhaltensgestört. So wurde es aber immerhin nicht langweilig.

Fakten Teil 1:

Entfernung: 10,3 km
Dauer: 3 Stunden, 52 Minuten und 6 Sekunden
Durchschnittsgeschwindigkeit: 2,7 km/h
Minimale Höhe: 2433 m
Maximale Höhe: 2837 m
Anstieg (insgesamt): 496 m
Gefälle (insgesamt): 857 m

Fakten Teil 2:

Entfernung: 9,2 km
Dauer: 2 Stunden, 53 Minuten und 13 Sekunden
Durchschnittsgeschwindigkeit: 3,2 km/h
Minimale Höhe: 2009 m
Maximale Höhe: 2444 m
Anstieg (insgesamt): 546 m
Gefälle (insgesamt): 857 m

Tag 6: Wir wussten, es würde der längste und härteste Tag der Tour werden. Also standen wir pünktlich um 6 Uhr (früher gab es nichts) zum Frühstück bereit.  Obwohl wir am Abend vorher mehrfach mit dem Hüttenwirt darüber gesprochen hatten, konnte er sich nicht mehr daran erinnern.  Trotzdem verließen wir gegen 6:30 Uhr das Glocknerhaus und machten uns auf den Weg. Schweigend stiegen wir auf über 2600m auf um auf der anderen Seite über einen Gletscher abzusteigen. In der Nacht hatte es gewittert. Die Schneefelder waren spiegelglatt, trotzdem beeilten wir uns, denn wir mussten bis 13 Uhr in Fehrleiten sein, da wir von dort den Bus nach Fusch nehmen wollten. Dort fahren nur ca. 4 Busse am Tag, daher durften wir nicht zu spät kommen. Da wir am selben Tag noch  den Aufstieg zur Gleiwitzer Hütte machen wollten mussten wir den Bus nehmen um nicht zu spät anzukommen.

Nachdem wir den höchsten Punkt hinter uns hatten hieß es nur noch absteigen. Den langsam in der Morgensonne weich werdenden Gletscher konnten wir recht einfach absteigen / runter rutschen. Wir waren so gut in der Zeit, dass wir noch eine Pause in der Trauneralm machen konnten.

In Fusch angekommen waren es 30 Grad. Ab dort ging es steil bergauf. Zum Glück durch Wald und zum Glück kamen wir an jeder Menge Wasserfällen vorbei, an denen wir uns etwas kühlen konnten.  Nach 1344 m Bergauf war dieser lange Tag dann endlich geschafft. Die Gleiwitzer Hütte empfing uns mit kühlen Getränken, leckerem Essen, netten Leuten und wen wundert es, einem Lager für uns alleine.

Fakten 1: Glocknerhaus – Ferleiten

Entfernung: 16,7 km
Dauer: 5 Stunden, 4 Minuten und 31 Sekunden
Durchschnittsgeschwindigkeit: 3,3 km/h
Minimale Höhe: 1154 m
Maximale Höhe: 2689 m
Anstieg (insgesamt): 713 m
Gefälle (insgesamt): 1687 m

Fakten 2: Fusch – Gleiwitzer Hütte

Entfernung: 8,4 km
Dauer: 2 Stunden, 40 Minuten und 44 Sekunden
Durchschnittsgeschwindigkeit: 3,1 km/h
Minimale Höhe: 834 m
Maximale Höhe: 2171 m
Anstieg (insgesamt): 1344 m
Gefälle (insgesamt): 7 m

Tag 7:  Wir hatten auf der Gleiwitzer Hütte zwei andere Bergsteiger aus Wien kennen gelernt, die von dort über den Gleiwitzer Höhenweg zum Hohen Tenn aufsteigen wollten.  Da die beiden keine Steigeisen dabei hatten, planten wir unsere letzte Etappe etwas um und gaben ihnen unsere Ausrüstung als sich unsere Wege trennten und wir ins Tal abstiegen. Da die Tour der beiden sehr lang war, machten wir uns schon um 6 Uhr auf den Weg. Es ging über 1100m hoch, der Weg war sehr anspruchsvoll und fast durchgehend seilversichert. Oben angekommen hatten wir eine tolle Aussicht auf den Stausee Mooserboden, bei dem wir gestartet sind und zu dem wir auch wieder abstiegen. Anschließend gönnten wir uns noch eine Nacht in Kaprun, waren in der örtlichen Therme und lecker essen.

Fakten: Entfernung: 11,9 km
Dauer: 5 Stunden, 38 Minuten und 37 Sekunden
Durchschnittsgeschwindigkeit: 2,1 km/h
Minimale Höhe: 2040 m
Maximale Höhe: 3069 m
Anstieg (insgesamt): 975 m
Gefälle (insgesamt): 1110 m

Indonesien 2016 – Trekking am Rinjani

Im Vorfeld unserer Indonesien-Reise habe ich mich informiert, welche Möglichkeiten es gibt, die Vulkane, von denen dieses Land ja mehr als Genug hat, zu besteigen. Schnell kam ich auf den Mount Rinjani auf Lombok, mit gut 3700 Metern der zwei höchste. Dort werden mehrtägige Trekkingtouren  angeboten, die man auf der ganzen Insel bei diversen Anbietern buchen kann. Die Touren unterscheiden sich in Länge, Route und dem Equipment. Zu Beginn wollte ich eine 2 Day / 1 Night Tour zum Gipfel machen, dann haben wir uns aber für eine 3 Day / 2 Night Variante entschieden, da dies Route schöner ist und es sich um einen Rundwanderweg handelt.

Der Trip hat ca. 100$ gekostet und beinhaltete einen Guide, Porter, die das Equipment tragen sowie Zelt, Isomatte und Schlafsack und natürlich die Verpflegung.

Früh morgens ging es los. Wir wurden um 5 Uhr im Hotel abgeholt und um die halbe Insel zum Treffpunkt in Senaru gefahren. Auch das war im Preis inklusive. Dort gab es ein Frühstück, wir lernten die anderen Aus der Gruppen kennen – einen Belgier, eine Polin, zwei Frauen aus Malaysia – und bekamen eine kurze Einweisung. Die Länge der Einweisung war für den Verlauf des Trekkings entscheidend, dazu aber später mehr.

Wir wurden gegen halb 8 auf einem Pickup die letzten hundert Meter bis zum Beginn des Nationalparks gefahren und dort abgesetzt. Mit dabei war auch unser sehr junger Führer, der leider nicht gut Englisch sprach. Immerhin sagte er mir, dass er das häufig zwei Mal die Woche macht, Erfahrung sollte er also haben.

Los ging es, durch dichten, wunderschönen Dschungel, vorbei an exotischen Pflanzen, riesigen Bäumen und Lianen – ab und zu sahen wir ein paar Affen. Und obwohl es noch früh war und wir im schattigen Wald waren, war es unglaublich heiß. Die T-Shirts waren nach Minuten durchgeschwitzt, schließlich ging es pausenlos bergauf. Zwischendurch gab es mehrere Pausenplätze, bei denen sich schon diverse Gruppen tummelten. Der Berg war an diesem Tag sehr voll mit Gruppen die starteten, da der Nationalpark die letzte Woche geschlossen war, da der Vulkan ausgebrochen war. Diese Rastplätze waren ganz Asien-Like ziemlich vermüllt. Auch wenn  jeder Tourenanbieter angibt die Natur zu achten und den Müll wieder mit nach unten zu nehmen, sieht es besonders an diesen Plätzen aus wie auf einer Müllkippe.

Gegen 12 Uhr hatten wir die Hälfte der Tagesetappe  – gut 1000 Höhenmeter – geschafft und machten Rast. Unsere Porter, die Träger, die das Gepäck in zwei Körben, die mit einer Bambusstange verbunden sind, den Berg hinauf tragen, waren leider noch nicht da, daher mussten wir erst mal warten bis es Essen gab. Als sie dann da waren startete unser Guide aber direkt mit Tee kochen und Mi Goreng zubereiten. Die Porter halfen beim schnibbeln.

Als mir gerade ein Teller mit Mittagessen in die Hände gedrückt wurde ging es los. Ein paar dicke Tropfen zur Warnung und der Nebel, der über uns aufgezogen war verwandelte sich in einen subtropischen Starkregen. Unser Guide war darauf nicht so wirklich vorbereitet, zum Glück aber die anderen Gruppen, die neben uns Pause machten. Wir flüchteten uns unter die Plane, die dort gespannt war und halfen eine weitere zu spannen.

Stehend, mit dem Rucksack auf dem Rücken aß ich nun mein mittlerweile kaltes Essen, mit dem Kopf die Pläne hochhaltend und mich fragend, ob das heute noch aufhören würde. Inzwischen ging zwischen unseren Füßen ein Bach hindurch, der vom Weg kam. Nach dem Essen hieß es warten bis es aufhört zu regnen. Wir nutzten die Zeit uns mit den anderen auszutauschen. Für den Belgier und die Polin aus unserer Gruppe war das der dritte Versuch den Rinjani zu erklimmen. Der erste Versuch musste wegen dem Ausbruch abgesagt werden, der zweite wegen Regen.

Nun standen wir also da und fragten uns ob unser Guide abbrechen würde.

Tat er aber nicht und nach ca. 2 Stunden hörte es auf zu regnen. Schnell machten sich alle startklar. Die Asiaten hatten Einweg Regencapes dabei, nicht wirklich angenehm und schon gar nicht atmungsaktiv, dafür aber dicht. Unser Guide fragte mich, ob ich keine Regenjacke hätte – ich trug zur der Zeit meine teure Mammut Regenjacke auf die ich deutete. Scheinbar kannte er nur die asiatische Mülltüten Variante. Er meinte meine Jacke  würde nicht reichen und es würde sicher noch mehr regnen.

Mit dieser nicht gerade ermunternden Antwort ging es weiter bergauf. Der Weg war schlammig und die Wurzeln rutschig. Und es dauert nicht lange, da ging es auch schon wieder weiter. Wie eine Dusche ging der Regen runter. Schuhe, Hose und leider auch Rucksack war schnell nass, immerhin hielt die Jacke was der Preis verspricht.

So ging es weiter, Regen, Wolken, Regen, Wolken. Die Baumgrenze hatten wir hinter und gelassen, es schwitzte jetzt niemand mehr.

Gegen 17:30 erreichten wir unser Nachtlager auf 2700 Metern und der Himmel riss kurz vor Sonnenuntergang auf. Wir hatten einen atemberaubenden Blick über Lombok, die Gilis und bis nach Bali. Auch nachts sollten wir einen spektakulären Sternenhimmel und Ausblick auf ein entferntes Gewitter haben.

Vorher mussten wir aber noch raus aus unseren nassen Sachen und besonders begutachten, was im Rucksack noch trocken war. Leider waren die meisten Porter noch nicht da und so standen auch nur die Hälfte der Zelte und wir weiter nass draußen. Als die Porter da waren und wir die restlichen trockenen Klamotten anziehen konnten, stellten wir fest, dass die Schlafsäcke teilweise nass geworden waren. Außerdem gab es nicht die versprochenen Luftmatratzen, sondern nur dünne Jogamatten. Außerdem waren die Schlafsäcke  wie auch die Zelte nicht für europäische Menschen ausgelegt. Der Schlafsack ging mir nicht mal zur Brust und das Zelt war auch zu kurz. Es wurde also eine sehr ungemütliche und kalte Nacht mit allen nassen Klamotten und Schuhen am Fußende. Trotzdem schlief ich sofort nach dem Abendessen gegen 7 Uhr ein und freute mich als ich wach wurde, dass ich die Nacht doch gut überstanden hatte. Leider war es erst 22 Uhr und der morgen noch weit entfernt. Nachdem ich dann die Nacht irgendwie überstanden hatte wurden wir um 6 geweckt. Es gab ein schnelles Frühstück und dann hieß es weiter aufsteigen zum Kratersee mit Ausblick auf den rauchenden Vulkan inmitten des See und auf den Gipfel.

Schon Abends im Zelt hatten wir besprochen, wie es am nächsten Tag weiter gehen soll. Wären die restlichen noch trockenen Klamotten auch noch nass geworden, wäre die nächste Nacht auf über 3000 Metern im Zelt nicht ertragbar gewesen. So fragten wir unseren Guide am nächsten Morgen, wie die Wetterlage wäre und ob ein Regen wie am Vortag häufiger vorkäme. Seine Antwort: „Ja es wird heute wieder so regen. Das ist hier zu der Zeit fast jeden Tag so.“ Diese Aussage hat sich auch mit dem gedeckt, was uns Teilnehmer aus anderen Gruppen berichteten, die morgens auch entschieden abzusteigen. Die Anbieter der Touren informieren die Teilnehmer scheinbar absichtlich nicht, damit sie genug Teilnehmer haben. Ziemlich blöd für uns, denn mit der Info hätten wir uns deutlich besser vorbereiten können. Schließlich hatten wir Regenhose und Drybags zuhause bzw. Im Basecamp gelassen, da uns keiner über das heftige Wetter informiert hatte.

Trotzdem war der Ausblick am Morgen auf den See und den Gipfel, sowie über die ganze Insel wunderschön, so dass sich die Tour gelohnt hat.

Wir entschieden uns zu viert abzusteigen, nur die Frauen aus Malaysia wollten weiter. Sie hatten etwas Bergerfahrung in Asien und waren mit den Plastikregencaps besser gerüstet. Ob die beiden das aber konditionell geschafft haben, waren wir uns an dem Morgen nicht so sicher.

Für uns hieß es also mit nassen Schuhen 2000 Meter absteigen, kein Spaß. Die letzten Hundert Meter  merkten wir auch alle, das die Beine keine Kraft mehr haben. Die nächsten Tage folgte ein kräftiger Muskelkater in den Waden.