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Tourenbericht – Auf die Zugspitze durchs Höllental

Im September wollten wir, bevor der Winter in den Alpen Einzug hält noch eine kurze Tour machen. Da die Zugspitze recht einfach erreichbar ist, und der Aufstieg durch das Höllental spektakulär und anspruchsvoll klang haben wir uns für diese Tour entschieden. Leider sah es in den Tagen davon nicht so aus, als könnten wir das Vorhaben noch in diesem Jahr umsetzen. Für September ungewöhnlich viel Neuschnee in den Ostalpen ließ uns bis zuletzt bangen ob wir die Tour wagen können. Nachdem am Tag vorher aber zwei Gruppen den Aufstieg gemeistert hatten, haben wir uns entschlossen uns auf den Weg nach Süden zu machen. Wegen der langen Anreise wollten wir die Tour nicht an einem Stück machen und haben auf der Höllenthalangerhütte übernachtet. Die Hütte liegt hinter der Höllentalklamm, die tagsüber viele Touristen anlockt. Da wir aber erst um 17 Uhr in Hammersbach ankamen, war dort nicht mehr viel los. Die Hütte war gut besucht, die meisten wollten am nächsten Tag die gleiche Tour machen.  Abends gab es dann noch ein leckeres Bergsteigeressen, in der neuen, gemütlichen Hütte.

Am nächsten Morgen sollte es ab 6 Uhr Frühstück geben. Da es auf der Route an verschiedenen Stellen Stau geben kann entschlossen wir uns das Frühstück ausfallen zu lassen um vor den anderen unterwegs zu sein.

Der Wecker klingelte um 5, um halb 6 waren wir mit Stirnlampen ausgerüstet in vollkommener Dunkelheit unterwegs Richtung Gipfel.  An den ersten Kletterpassagen, der „Leiter“ und dem „Brett“ dämmerte es langsam, so dass diese ohne Probleme machbar waren.  Auf dem grünen Buckel wurde es zunehmend weißer und als wir den Höllentalferner sehen konnten, waren wir bereits auf einer geschlossenen Schneedecke unterwegs. Der hohe Schnee und die kalten Temperaturen halfen uns sehr, das steile Geröllfeld vor dem Gletscher zu passieren.

Auf dem Gletscher war eine eindeutige Spur vom Vortag zu sehen, so dass wir die Spalten gut umgehen konnten.

Am Ende des Gletschers wartete dann eine Herausforderung auf uns.  Die häufig problematische Randkluft war zwar durch den Schnee kein Problem, allerdings musste eine steile Passage ohne Sicherung erklettert werden.

Nachdem wir das gemeistert hatten ging es fast durchgehend seilversichert nach oben, wobei die Sicherungspunkte nicht unter Schnee bedeckt waren.

Am Gipfel angekommen empfing uns um 11 Uhr eine Gruppe Asiaten, die von der Besucherplattform den vereisten Weg zu Gletscher genommen hatten. Sie wollten unbedingt ein Gipfelfoto machen, waren aber komplett unvorbereitet und sorgten für einen langen Stau. Dort oben war es dann mit der Ruhe vom Morgen vorbei. Hunderte Menschen schauten von der Plattform zu uns rüber, es gab „Deutschlands höchste Bratwurst“ und andere seltsame Annehmlichkeiten.

Nach einer kleiner Stärkung an der Münchner Hütte haben wir uns entschlossen über das Reintal abzusteigen und dort in der Reintalangerhütte zu übernachten. Die Knorrhütte auf dem Weg war voll und gefiel uns auch nicht besonders. Als wir gegen 5 Uhr an der Reintalangerhütte ankamen fühlten wir uns sofort wohl. Freundliches Personal, nette Stimmung und direkt am Bach gelegen. Abends war es dann leider nicht mehr so toll. Die Hütte bietet zwar jede Menge Schlafplätze, allerdings nicht genug Sitzplätze, dass alle Gäste drinnen essen können. So mussten wir unsere kleine Portion Abendessen draußen einnehmen, bevor wir uns drinnen noch ein paar Stühle in eine Ecke quetschten.

Auch die Betten waren nicht toll. Zu kurze Betten habe ich bereits erlebt, auch welche, bei denen man so gut wie keine Kopffreiheit hat. Allerdings war eine Matratzenbreite von 40cm wirklich zu wenig. Nachdem ich zwei Stunden versucht hatte einzuschlafen habe ich meine Sachen genommen und bin ich den beleuchteten Flur umgezogen. Meine Nachbarn haben sich gefreut, so hatten bei immerhin 60 cm Platz.

Da wir vorher schon wussten, dass die Nacht nicht so toll werden würde, hat der Wecker wieder um 5 Uhr geklingelt und es gab wieder kein Frühstück für uns. Wir hatten noch 20 km Abstieg zum Auto in Hammersbach vor uns, die aber nur bergab gingen. Eine andere Route, die wir am Abend noch in Betracht gezogen hatten, mussten wir wegen Regens bleiben lassen.

Es war ein anstrengendes Wochenende, mit wenig Schlaf und ordentlich Muskelkater im Anschluss, der Aufstieg durch das Höllental hat sich aber definitiv gelohnt.