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Im Frühling nach Portugal

Ende März war ich für eine Woche in Portugal. Die Flüge nach Faro und der Mietwagen vor Ort waren in der Off-Season so unschlagbar günstig, dass wir da einfach zuschlagen mussten. Als wir dann los sind war es in Deutschland Sonnig und schon recht warm. In Portugal gab es Regen und Wind, aber zum Glück nur am ersten Tag. Die restlichen Tage konnten wir bei Sonnenschein die Algarve, Lissabon sowie das Inland erkunden.

Verwundert hat uns wie dünn das Hinterland besiedelt ist. Wir sind von Lissabon über Evora an die Algarve gefahren. Auf dieser Strecke kam es mehrfach vor, dass das Navi uns sagte, wir sollen 50 km geradeaus fahren – und das auf der Landstraße. Kein Kreisverkehr, kein Abbiegen, nur wenige kleine Orte. Die Eukalyptusbäume, die stellenweise den Straßenrand säumten trugen dazu bei, dass wir uns auf diesen Stecken fast ein bisschen wie in Australien gefühlt haben.

Indonesien 2016 – Gili Meno und Bali

Mit einem Rucksack voll nasser Klamotten und ersten Anzeichen von Muskelkater wurden wir an der Fähre zu den Gili Inseln abgeladen. Die Gilis (Gili heißt übersetzt kleine Insel) sind drei bei Touristen beliebte Inseln vor Lombok. Die kleinste ist Gili Meno und dort wollten wir nun ein paar Tage entspannen. Wir hatten uns ein vergleichsweise teures Bungalow gemietet und verbrachten die Tage damit am Pool oder Meer zu liegen, Wäsche zu waschen, zu Schnorcheln und die Restaurants der Insel darauf zu testen wo es das beste Mi Goreng gibt.

Sehr angenehme ist, dass es auf Gili Meno keine Autos und Roller gibt (die Insel ist wirklich sehr klein). Somit ist es wunderbar ruhig, kein pausenloses gehupe wie sonst in Asien. Unser Hotel bot kostenfreie Fahrräder an, mit denen wir uns auf der Insel bewegen konnten.

Nach ein paar Tagen Entspannung fuhren wir mit einem Speedboat nach Bali. Fahrzeit ca. 2 Stunden und berüchtigt unter Leuten, die mit Seekrankheit Probleme haben. Wir haben vorsichtshalber vorher Tabletten genommen, waren aber sehr froh als wir wieder am Festland waren. Anschließend ging es noch mit dem Bus nach Ubud, im Inland von Bali.

Der erste Eindruck von Bali war erst mal wie erwartet. Voller, lauter, trotzdem sehr schön. Die Leute waren genau so freundlich wie auch schon auf Lombok und bei weitem nicht so aufdringlich wie in anderen asiatischen Ländern.

In Ubud treffen sich die Jogafans, die Hippies, Künstler usw. Die Restaurants werben mit vegetarischem und veganem Essen, es gibt Biomärkte, Massagen und jede Menge Künstlerateliers. In den Straßen gibt es weniger des bekannten Asia Ramsches zu kaufen und statt dessen Kleidung von jungen balinesischen Designern, die nicht müde werden zu betonen, dass dir Kleidung „organic“ und „handmade“ sei. Neben Joga, Massagen und Shopping kann man um Ubud herum wunderbar die Natur genießen. Schon nach ein paar Minuten Fußweg abseits der Hauptstraßen gibt es Reisfelder durch die man wandern und das ausgeklügelte Bewässerungssystem bewundern kann. Mit einem Rollen haben wir noch spektakuläre Reisterrassen und mehrere Tempel erkundet, die sich im Umland befinden.

Um an unserem Rückflug-Tag nicht zu früh los zu müssen, sind wir für die letzten zwei Tage ans Meer, in die Nähe des Flughafens gefahren. Dort befindet sich der größte Touristenort der Insel – Kuta – das Mallorca der Australier. Wir haben uns im Nachbarort Seminjak eingemietet, der nur unwesentlich ruhiger war. Es gab aber einen breiten Strand mit guten Wellen und einen Hotelpool, an dem wir nochmal relaxen konnten.

Auf dem Rückweg hatten wir einen Tag Stopover in Singapur. Die Megacity erinnerte mich etwas an Dubai und Abu Dhabi. Die Stadt ist in Bewegung, es entstehen neue Hochhäuser, Bahnlinien und ganze Stadtteile. Außerdem schmückt sich der Stadtstaat mit Prestigeprojekten wie dem Hotel Marina Bay Sands.

Wir haben in Chinatown übernachtet und haben nach drei Wochen indonesisch das erste Mal Chinesisch gegessen.

Am nächsten Tag haben wir uns dann dem Hobby der lokalen Bevölkerung hingegeben – Shopping. Die Kaufkraft hier ist sehr hoch und der Konsum steht voll im Mittelpunkt. Es gibt unzählige Shoppingcenter, jedes riesig groß und mit allen bekannten Marken von den bekannten Luxusboutiquen bis zu H&M. Ein paar Schnäppchen haben wir auch gemacht.

Der Atlantik

Die Französische Atlantikküste bietet gute Bedingungen für einen Urlaub im Camper. Es gibt schöne Plätze am Meer an denen man gratis, oder gegen Parkgebühr übernachten darf. Dafür muss man nur wissen wo die Plätze sind.

Begonnen haben wir auf der Insel La Rochelle, der zweitgrößten Insel Frankreichs (nach Korsika), die trotzdem noch so klein ist, dass man wunderbar mit dem Rad von einem Strand zum nächsten fahren kann. Was mit dem Rad problemlos klappt wurde uns nach 2 Strandtagen mit dem Camper zum Verhängnis. Die Insel ist mit einer Brücke mit dem Festland verbunden und diese Brücke, sowie die Straßen dorthin, sind nicht für unzählige abreisende Französische Feriengäste ausgelegt. Trotz Schleichwege haben wir über zwei Stunden gebraucht um die 15 Kilometer bis zur Brücke zurück zu legen.

Weiter südlich am Atlantik, wo die Wellen höher werden, werden auch die Camper mehr. Jede Menge ausgebaute VW Busse mit Surfbrettern auf den Dächern. Der Ort Messanges Plage, in dem ich das letzte Mal mit 15 Jahren war, bieten beste Voraussetzungen, mit einem gratis Parkplatz direkt hinter der Düne, auf dem man übernachten darf, sowie beste Wellen. Wir hatten uns dort auf einen längeren Aufenthalt eingestellt, leider hat es in der Nacht stark gestürmt und am nächsten Tag waren die Wellen so hoch und der Wind so stark, dass sich niemand in die Wellen gewagt hat.

Also ging es schnell in Richtung Süden. Das schlechte Wetter haben wir mit Besichtigungen des Surf Mekkas – Biarritz, der Basken Stadt St-Jean de Luz und Bayonne überbrückte. Und natürlich waren wir von unserem Schlafplatz in Anglet direkt am Meer und in den Wellen.

 

Frankreichs Norden

Wir haben unsere Frankreich Tour ganz im Norden, der Normandie gestartet. Dort ist Frankreich noch gar nicht so Französisch wie weiter im Süden. Die Häuser und Städte sehen eher aus wie in Belgien und das Wetter war zwar schön, aber etwas zu kühl um sich französisch anzufühlen. So ergeht es einem, wenn man zwar schon etliche Male in Frankreich, aber noch nie im Norden war.

Die erste Nacht haben wir in Treport verbracht, einer kleinen Küstenstadt, die zwischen zwei Klippen am Meer liegt. Von den Klippen hat man eine grandiose Aussicht über die Stadt, das Meer und das Umland. Ob das Kasino am Meer oder rechteckige Wohnblocks, von oben kann man jede Bausünde der Stadt bestens erkennen. Wer nach oben (oder in unserem Fall nach unten) möchte kann dafür statt den Stufen auch den Aufzug nehmen, der durch die Klippen führt und gratis ist.

Nach Treport ging es weiter die Küste entlang, immer wieder verwundert, wie klein die Orte hier sind und wie eng die Straßen.

In Colleville-Sur-Meer haben wir Stopp an einem Stück trauriger Geschichte gemacht. Vor dem Ort liegt der Omaha Beach, einer der Strände an dem die alliierten Truppen am 06. Juni 1944 die Befreiung Europas von den Nazis starteten. An diesem Strand waren es amerikanische Einheiten, die hohe Verluste zu verzeichnen hatten und nach Kriegsende einen Soldatenfriedhof anlegten. Auf dem Friedhof liegen über 9000 gefallene Soldaten begraben.

Zwischen Normandie und Bretagne liegt das Postkartenmotiv Frankreichs, wenn man den Eiffelturm außer Acht lässt. Die Klosterinsel Mont Sant Michel ragt hoch aus dem Meer (oder wie in unserem Fall, bei Ebbe, aus dem Sand auf). Auch hier ist das Festland dünn besiedelt. Kleine Straßen und Ortschaften, keine Hotelketten oder Supermärkte. Umso wunderlicher, wo die Touristenmassen alle her kommen, die die kleine Gasse, die hoch zur Abtei führt, verstopften und mit den Souvenirshops eher nach Disneyland und nicht nach Weltkulturerbe aussehen. Verstehen, warum dort so viele Menschen hin fahren, kann man aber schon wenn man vor der Klosterkirche steht und hinab sieht, unter sich die mittelalterliche Stadt, dann das Meer und dahinter das flache Grasland auf dem Schafe weiden.

Als letzten Ort im Norden haben wir San Malo einen Besuch abgestattet. Die Festungsstadt in der Bretagne hat neben hohen Mauern einen nach dem Krieg Originalgetreu aufgebauten Stadtkern.