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Frankreichs Norden

Wir haben unsere Frankreich Tour ganz im Norden, der Normandie gestartet. Dort ist Frankreich noch gar nicht so Französisch wie weiter im Süden. Die Häuser und Städte sehen eher aus wie in Belgien und das Wetter war zwar schön, aber etwas zu kühl um sich französisch anzufühlen. So ergeht es einem, wenn man zwar schon etliche Male in Frankreich, aber noch nie im Norden war.

Die erste Nacht haben wir in Treport verbracht, einer kleinen Küstenstadt, die zwischen zwei Klippen am Meer liegt. Von den Klippen hat man eine grandiose Aussicht über die Stadt, das Meer und das Umland. Ob das Kasino am Meer oder rechteckige Wohnblocks, von oben kann man jede Bausünde der Stadt bestens erkennen. Wer nach oben (oder in unserem Fall nach unten) möchte kann dafür statt den Stufen auch den Aufzug nehmen, der durch die Klippen führt und gratis ist.

Nach Treport ging es weiter die Küste entlang, immer wieder verwundert, wie klein die Orte hier sind und wie eng die Straßen.

In Colleville-Sur-Meer haben wir Stopp an einem Stück trauriger Geschichte gemacht. Vor dem Ort liegt der Omaha Beach, einer der Strände an dem die alliierten Truppen am 06. Juni 1944 die Befreiung Europas von den Nazis starteten. An diesem Strand waren es amerikanische Einheiten, die hohe Verluste zu verzeichnen hatten und nach Kriegsende einen Soldatenfriedhof anlegten. Auf dem Friedhof liegen über 9000 gefallene Soldaten begraben.

Zwischen Normandie und Bretagne liegt das Postkartenmotiv Frankreichs, wenn man den Eiffelturm außer Acht lässt. Die Klosterinsel Mont Sant Michel ragt hoch aus dem Meer (oder wie in unserem Fall, bei Ebbe, aus dem Sand auf). Auch hier ist das Festland dünn besiedelt. Kleine Straßen und Ortschaften, keine Hotelketten oder Supermärkte. Umso wunderlicher, wo die Touristenmassen alle her kommen, die die kleine Gasse, die hoch zur Abtei führt, verstopften und mit den Souvenirshops eher nach Disneyland und nicht nach Weltkulturerbe aussehen. Verstehen, warum dort so viele Menschen hin fahren, kann man aber schon wenn man vor der Klosterkirche steht und hinab sieht, unter sich die mittelalterliche Stadt, dann das Meer und dahinter das flache Grasland auf dem Schafe weiden.

Als letzten Ort im Norden haben wir San Malo einen Besuch abgestattet. Die Festungsstadt in der Bretagne hat neben hohen Mauern einen nach dem Krieg Originalgetreu aufgebauten Stadtkern.

 

Italien, und der Weg dort hin

Als letztes Ziel in Griechenland haben wir noch die Insel Korfu besucht. Allerdings nur Korfu Stadt und nur einen Tag. Viel Zeit hatten wir nicht mehr, weil wir die Fähre schon gebucht hatten. Danach ging es nach Albanien. Dort wollten wir eigentlich die Altstadt von Berat besichtigen, doch leider ging nach dem Tanken unser Wagen nicht mehr an. Der Schlüssel ließ sich nicht mehr drehen. Während der Tankwart unser Zündschloss zerlegte telefonierten wir mit dem ADAC, die einen Abschlepper schicken wollten. Nachdem der Tankwart aber das Schloss überbrückt hatte holte er seine Frau, die etwas Englisch sprach und uns erklärte, dass er das Problem für ca. 20€ lösen könne. Wir hatten nur noch umgerechnet 15€ in Bar, handelten also etwas und eine Stunde später war wieder alles gut. Reparaturmaterialien waren jede Menge Isolierband und Kabel. Zuhause müssen wir mal genau schauen was er da gemacht hat, aber bis jetzt funktioniert es super. Also ging es nur noch nach Tirane, der Hauptstad (lohnt nicht!) und dann in Richtung Fähre.

Morgens um 8 Uhr rollten wir von der Fähre und waren in Italien, genauer in Bari, ziemlich im Süden. Als nächstes wollten wir zur Amalfiküste, die im Reiseführer als eine der schönsten Küsten Europas beschrieben wird. Die Steilküste ist wirklich sehr schön, allerdings ist die Straße, die sich an der Küste entlang windet für große Autos eine Qual. Später haben wir dann noch erfahren, dass wir die Straße gar nicht hätten fahren dürfen. Gut dass wir nicht erwischt wurden. Am nächsten Morgen haben wir die schmalen Straßen und Serpentinen hinter uns gelassen und die Ruinen von Pompei besichtigt. Die alte Römerstadt wurde bei einem Ausbruch des nahen Vulkans Vesuv verschüttet. Heute kann man durch die freigelegten Mauern wandern und sich ansehen wie vor über 2000 Jahren gelebt wurde. Später haben wir dann noch die Ursache, den Vulkan, besucht und den Gipfel bestiegen. Statistiker sagen, dass ein Ausbruch schon längst überfällig ist, zum Glück blieb alles ruhig als wir da waren.

Da wir keine Lust auf Verkehrschaos und keine freien Stellplätze im Großraum Neapel und Rom hatten fuhren wir weiter Richtung Toskana. Dort waren wir heute baden. Obwohl man hier von der Temperatur noch gut im Meer oder in Flüssen schwimmen kann bevorzugten wir etwas Wärmeres. Wir waren in Saturnia, einem Fluss mit warmen Quellen und 30° C warmen Wasser. Da Sonntag ist, war leider viel los.

Jetzt sind wir in San Gimignano und genießen einen warmen Abend mit Pizza und Eis.