Archiv der Kategorie: Mallorca 2015

Urbex in Mallorca

Mallorca hat ein paar interessante Lost Places zu bieten. Ein paar davon habe ich diese Woche besucht. Hier die Fotos mit den einzelnen Infos:

An der Westküste befindet sich eine Textilfabrik, die seit vierzig Jahren still steht. Im inneren sieht es aber noch so aus als wäre hier bis gestern gearbeitet worden. Alle Maschinen stehen noch am Platz. Das dieser Einblick in die Textilverarbeitung auf der Insel interessant für Touristen sein kann hat auch ein Geschäftsmann erkannt, der das Objekt gekauft hat und ein Museum eröffnen möchte. Als ersten Schritt wurden alle offenen Zugänge zugemauert. Die Fotos sind durch die Fenster entstanden.

Dieses Kohlekraftwerk von Mallorca hat einen Großteil der Insel mit Strom versorgt bevor es durch modernere Anlagen und ein Unterseekabel ersetzt wurde. Seit dem rostet die Anlage vor sich hin. Die Bevölkerung hat sich gegen einen Abriss entschieden, konkrete Nutzungspläne gibt es aber noch nicht. Die Anlage ist noch gut gesichert und wird durch einen Wachdienst geschützt weshalb wir keine Fotos vom inneren machen konnten.

Viele wohlhabenden Menschen haben sich auf Mallorca eine Ferienvilla errichtet. Es gibt hier Orte die eher an Hollywood erinnern als an ein mallorquinisches Dorf. Die Pläne des britischen Filmmusikproduzenten und mehrfachen Oscargewinners John Barry sich im Landesinneren ein Domizil zu errichten scheiterten. Warum er sich zuerst ein 12.000qm Grundstück kaufte, sich ein großes Herrenhaus mit Pool, mehreren Terrassen, Innenhof und Teich darauf bauen ließ und die Bauarbeiten dann kurz vor Vollendung abbrach ist nicht klar.

Seit dem steht das Gebäude ungenutzt leer und verfällt zusehend. Teilweise sind die abgehangenen Decken mit Stuck schon wieder abgefallen, der Beton ist rissig und die Dächer löchrig.  Von seiner Terrasse hätte John Barry einen grandiosen Blick über das Land auf das 10 Kilometer entfernte Meer gehabt. Heute erfreut sich keiner mehr daran. Außer Tauben und Katzen haben wir niemanden angetroffen.

Ein weiterer Lost Place den wir besucht haben ist eine kleine ehemalige Kaserne oder andere militärische Anlage. Der Komplex liegt am Ende eines kleinen Tals gut versteckt zwischen zwei Bergen. Die Anlage besteht aus mehreren Gebäuden und kleinen Wehranlagen, teilweise direkt an den Berg gebaut. Die Anlage ist komplett leer und wird nur von ein paar Hirten genutzt die dort ihre Ziegen weiden lassen.

Danke an Toni Wittmann, der mir den Tipp für diesen Lost Place gegeben hat.

Mallorca – Wanderung durch den Torrent de Pareis

Die meisten Menschen, die den Western Mallorcas und das Tramuntana Gebirge besuchen werden Sa Calobra kennen. Der Name dieses kleinen Dorfes, dass eigentlich nur aus einem dutzend Touristen Gaststätten besteht ist berühmt, weil es einen kleinen Strand hat, der zwischen zwei Felswänden eingekeilt liegt. Um vom Ort dort hin zu gelangen muss man durch einen künstlichen Höhlenweg, und kann dann bei schönem Wetter mit vielen anderen Menschen am Kiesstrand liegen. Außerdem ist der Ort bekannt, weil die Straße von den Bergen hinab einer Achterbahn gleicht. Unzählige steile Serpentinen und enge Stücke am Hang sind für Autofahrer und Radfahrer eine Herausforderung.

Was viele der Touristen am Strand nicht wissen ist, dass es noch eine Möglichkeit gibt durch die Berge zum Strand zu kommen. Der Strand ist nämlich die Flussmündung des Torrent de Pareis, einem Fluss, der im Frühling und Sommer meistens kein Wasser führt und deshalb durch einen engen Canyon erklettert werden kann.

Diese Wanderung wird als die anspruchsvollste Wanderung der Insel bezeichnet, da die zeitweise sehr enge Schlucht durch große Felsen versperrt wird.

Nach dem Start in Escorca muss man erst mal in die Schlucht hinab steigen. Wenn das geschafft hat kann man sich fast nicht mehr verlaufen. Die Schlucht wird ziemlich eng und die Felsen sehr hoch. Zwischendurch kommt man an beeindruckenden Höhlen und Felsformationen vorbei. Der größte Teil des Torrent des Pareis muss erklettert werden weshalb an den schwierigsten Stellen Seile zur Sicherung hängen.

Nach etwa halber Strecke gibt es die Möglichkeit links in den Torrent Blau abzubiegen, ein anderes Flussbett, dass nach ein paar Hundert Metern so eng wird, dass fast kein Tageslicht mehr durchkommt. Leider ist dieser Weg eine Sackgasse, nach einer Zeit ist ohne Kletterzeug und Seil Schluss. Der Weg lohnt sich aber auf alle Fälle!

Die Angaben wie lange man für den Weg braucht schwankt zwischen drei und acht Stunden. Wir haben gut vier Stunden gebraucht und dabei die anspruchsvolleren Routen gewählt. Wichtig ist, dass man sich vorher überlegt wie man vom Endpunkt wieder nach oben auf den Berg kommt. Wir haben morgens ein Auto am Strand geparkt und haben uns dann nach oben fahren lassen.