Von Frankreich schnell mal nach Italien

Eigentlich wollten wir uns bei dieser Tour ja nur einem Land, Frankreich, widmen. So ganz hat das am Ende dann doch nicht geklappt. Nachdem wir das Languedoc mit tollem Wetter, baden in klaren Flüssen und Seen und Kayak-fahren an der Ardèche hinter uns gelassen haben sah unser Plan vor einen Abstecher über die französischen Alpen zu machen und am Mont Blank Massiv wandern zu gehen. Zuvor hatte sich mein Uni-Freund Olli  gemeldet, der mit seiner Freundin in den Alpe unterwegs war. Also planten wir ein Treffen. Leider war das Wetter in Frankreich und der Schweiz nicht so, dass man auf Berge steigen sollte (oder wollte), also hat Olli die Wetterkarte gecheckt und das italienische Aostatal als gemeinsames Ziel ausgewählt.

Der Weg dorthin führte schon über ein paar anstrengende Pässe, alles um die Reisekasse nicht mit unnötiger Péage zu belasten. In Charmonix standen wir dann aber vor dem Mont Blank Tunnel und der freundliche Kassierer in seinem Häuschen wollte 57€ von uns haben. Die Frage ob wir auch einen Rückfahrt möchten haben wir geschockt abgelehnt und sind für den stolzen Preis in kürzester Zeit unter Europas höchstem Berg vom schlechten Wetter in Frankreich zum guten Wetter in Italien gefahren.

Der Campingplatz, den wir raus gesucht hatten und auf dem wir Abends um 10 Uhr mit Spaghetti begrüßt wurden lag auf 1900 Meter am Ende der Straße und direkt unterhalb des 4000 Meter hohen Grand Paradiso. Was wir nicht bedacht hatten, war dass es auf dieser Höhe nachts ziemlich kalt wird. So sind Olli und Manuela nach der ersten Nacht zu uns in den Camper umgezogen, in dem es dank Standheizung erträglich war.

Mit einem geliehenen Wanderführer vom Campnachbarn ging es für uns auf 2700 Meter zur Rifugio Vittorio Emanuele II, der Hütte, von der der als einfach geltende 4000 bestiegen wird. Nachdem wir unsere Mittagspause dort verbracht haben, sollte es laut Führer in ca. zwei Stunden wieder zurück zum Campingplatz gehen. Leider gab es diesen Weg nicht (mehr) und wir mussten bis zur nächsten Hütte Refugio Federico Chabod laufen,  um wieder absteigen zu können. Zwischenzeitlich dachten wir, wir müssten auf der zweiten Hütte übernachten, da es schon dunkel wurde. Als wir dann völlig fertig wieder im Tal waren, mussten wir noch einige Kilometer die Straße bergauf zum Campingplatz. Zum Glück kam zufällig ein Auto vorbei, dass Olli nach oben brachte, der uns kurze zeit später mit seinem Wagen abholte.

Am nächsten Tag haben wir es dann ganz ruhig angehen lassen, haben Burger gegrillt und Lagerfeuer gemacht, bevor es für uns nach Haus und für die anderen beiden weiter in Richtung Süden ging.

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