Istanbul & die Gastfreundschaft der Menschen

In Bulgarien war uns aufgefallen, dass wir bisher (und das waren immerhin gut 3500 Kilometer) keinen einzigen Stau hatten. Das sollte sich in Istanbul schnell ändern. Mit einem 6 Meter langen Gefährt, dass nicht unter jeder Brücke durch passt und fast so breit ist wie ein LKW in eine Großstadt wie Istanbul, das klingt erst mal nicht nach der klügsten Entscheidung. Jedoch hatten wir im Internet von einem Parkplatz direkt am Bosporus gehört, von dem viele Sehenswürdigkeiten zu Fuß erreichbar wären und Camper geduldet würden, auch wenn es kein Campingplatz sei. Diesen Platz wollten wir ansteuern.

Also befragten wir die Campingplatz Betreiberin an der Türkisch Bulgarischen Grenze nach dem klügsten Weg und der besten Abfahrtzeit. Trotzdem wurden die Straßen immer voller je näher wir der Stadt kamen bis der Verkehr zum Erliegen kam. Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichten wir den Parkplatz auf den schon andere Camper, besonders aus Frankreich standen.

Die nächsten 3 Tage streiften wir durch Istanbul, gingen auf den Basars Shoppen, besichtigten Moscheen und andere Sehenswürdigkeiten und genossen das köstliche Türkische Essen.

Sobald die Türken hören, dass man Deutsch spricht, haben die meistens mindestens ein „Hallo wie geht’s?“ auf Lager, sehr viele die wir getroffen haben sprechen richtig gut. Mit Deutsch kamen wir genau so weit wie mit Englisch. Auf der Autobahn fuhr auch mal ein Auto neben uns, die Jungs darin kurbelten die Scheibe runter und riefen wo wir her kommen um bei unserer Antwort winkend und hupend weiter zu fahren. In einem Restaurant erzählte uns der Kellner, dass er vor kurzem in Köln gewesen wäre und über der Pizzeria zwischen Rewe und Aldi auf der Neusser Straße gewohnt hätte, direkt ums Eck bei uns.

Ganz ähnlich ergeht es und in Griechenland, wo wir momentan sind. Die letzten beiden Nächte haben wir außerhalb von Orten am Strand verbracht. Am ersten Morgen trafen wir einen Griechen, der früher mal in Dortmund gearbeitet hat und uns auf Bier, Kaffee und Krebse zu sich nach Hause einlud. Wir lehnten ab, da es halb 12 Mittags war und der Mann schon ziemlich betrunken war. Am zweiten morgen hielt neben uns ein Mofa mit einem alten Mann der seinen Hund ausführte. Er klopfte an die Scheibe und fragte wo wir in Köln wohnen würden, er käme aus Deutz. Dann zeigte er seine Bayer Jacke, wo er bis zu seiner Rente gearbeitet hätte. Im Sommer wären sie immer in Griechenland. Er verabschiedete sich, kam 30 Minuten später im Auto mit Kölner Kennzeichen und seiner Frau wieder und brachte zwei große Tüten mit Obst und Gemüse aus seinem Garten mit.

Seit Istanbul sind wir quasi auf dem Rückweg, der Östlichste Punkt unserer Reise ist erreicht. Wir haben uns einen Fährplatz gebucht, der uns Durres, Albanien nach Bari, Italien bringt. Am 17.09 um 23:00 Uhr geht’s los.

Jetzt sind wir in Thessaloniki und haben das erste Mal richtig schlechtes Wetter. Es ist kühl, grau und es regnet immer mal wieder.

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