Die ehemalige KHD Gasmotoren Produktion in Köln

Am Wochenende habe ich einem historischen Kölner Ort einen Besuch abgestattet, an dem Industriegeschichte geschrieben wurde. Es sind die ehemaligen Werkshallen der Deutz AG, die früher unter anderen Namen firmierte. Die Firma Deutz entwickelte 1867 in der Kölner Innenstadt den ersten Otto-Motor und arbeitete auf dem daraufhin gekauften Firmengelände im Deutzer Norden und Mülheimer Süden mit den Pionieren Gottlieb Daimler, Wilhelm Maybach und später auch Ettore Bugatti am Auto- und Motorbau. Dort wurde die erste Fließbandproduktion von Motoren in Europa installiert, die den Produktionsprozess beschleunigte. Das Unternehmen, dass 1864 unter dem Namen ‚N.A. Otto & Cie‘ gegründet wurde, wurde später zuerst in ‚Gasmotoren-Fabrik Deutz AG‘ und nach einer Fusion im Jahr 1938 in ‚Klöckner-Humboldt-Deutz AG‘ (KHD) umbenannt. Nach einer existenzgefährdenden Schieflage im Jahr 1996 wurde der Konzern im ‚Deutz AG‘ umbenannt unter der er bis heute Motoren herstellt.

Nach dem zweiten Weltkrieg, in dem Kriegsfahrzeuge gebaut und instand gesetzt wurden, lag der Fokus in den Wirtschaftswunderjahren auf dem Bau von Motoren, Lokomotiven, Nutzfahrzeugen sowie Bau- und Landmaschinen.

 Die langjährige Unternehmensgeschichte in Mülheim, Deutz und auch Kalk hat die Stadtteile stark geprägt. Neben den gründerzeitlichen Industriebauten aus rotem Backstein gibt es Wohnsiedlungen, die speziell für die Arbeiter geschaffen wurden. In Zeiten in denen es dem Unternehmen nicht gut ging hatten die Stadtteile mit hoher Arbeitslosigkeit und den daraus entstehenden Problemen zu kämpfen. Heute hat sich die Deutz AG fast komplett zurück gezogen – der Firmensitz ist nun im südlichen Porz. Bis zum Jahr 2017 sollen alle Hallen von der Deutz AG geräumt werden. Dann ist dieses Kapitel Wirtschaftsgeschichte Vergangenheit. Für das Gebiet gibt es große Umbaupläne. Als attraktive Stadtlage in Rhein-nähe haben viele Investoren ein Auge auf die Brachflächen, aber besonders auch auf die Industriedenkmäler geworfen. Die Stadt hat in einem Entwicklungskonzept die Nutzung für das Gebiet beschlossen. So soll neben Wohn- und Büroflächen auch wieder Industrie in den Hallen und Verwaltungsgebäuden angesiedelt werden.

 Der größte zusammenhängende Gebäudekomplex im Mülheimer Süden ist die ehemalige Gasmotoren Gießerei. Errichtet wurden die Backsteinhallen um 1900 – 2002 beendete die Deutz AG die Nutzung. Eine der Hallen wurde als „Möhning-Bau“ berühmt, da die Halle für die Kunst- und Gewerbeausstellung 1902 in Düsseldorf vom Architekten Bruno Möhning entworfen und nach der Ausstellung in Düsseldorf abgebaut und auf dem Werkgelände in Köln neu errichtet wurde.

 Der große Gebäudekomplex ist von außen schwer zu überblicken. Auf der einen Seite schirmen hohe Mauern und kleine Gebäude das Werkgelände ab, auf der anderen Seite ein langer zweistöckiger Bau, in dem die Verwaltung der KHD untergebracht war. Dieser Bau Nummer 23 wird heute teilweise wieder genutzt. Von der Straße aus kann man die endlose Zahl der Hallen, die direkt hinter dem Verwaltungsbau beginnen nicht sehen. Erst wenn man es in die Hallen geschafft hat, kann man sich vorstellen wie viele Menschen hier gearbeitet haben.

Bei der Aufgabe der Hallen wurden fast alle Maschinen demontiert. Was da blieb, erreichbar- und zu Geld machbar war wurde später entfernt. So findet man in keinen Hallen mehr Stromkabel, teilweise sind die Böden aufgerissen um an das Kupfer zu kommen. In vielen Hallen liegen die liegen gelassenen Isolierungen der Kabel Zentimeter dick auf den Böden. In den meisten Hallen hängen Kräne mit kleinen Führerständen, die Leitern dort hoch wurden in den meisten Fällen abgetrennt, vielleicht um Unfälle zu vermeiden. Selbst wann man nur im Erdgeschoss bleibt und nicht auf die Idee kommt auf den teilweise morschen Dächern umher zu spazieren lauern viele Gefahren. Es gibt unzählige Schächte und Löcher im Boden, manche mehrere Meter tief, andere mit Wasser gefüllt. Dort wo das Glas der Dachfenster kaputt ist holt sich die Natur die Hallen zurück. Es wachsen Büsche und Moos bedeckt den Hallenboden. Sprayer haben den Ort schon lange für sich entdeckt. Ein Großteil der Wände sind schon bemalt, leere Farbdosen findet man überall.

Bald wird sich an dieser Stelle viel verändern, das Gelände ist verkauft, die Planungen für die Umgestaltung laufen.

Familientreffen im Allgäu

Im Oktober war ich für eine Woche in Sonthofen im Oberallgäu.  Grund war ein jährlich stattfindendes Familientreffen. Da das Allgäu als Urlaubsregion mit den grandiosen Allgäuer Alpen punkten kann hatte ich im Vorfeld Mountainbike Touren rausgesucht und auch die Wanderschuhe eingepackt. Trotz nicht immer guten Wetters hat ein Großteil des Familientreffens draußen in der Natur stattgefunden. Oftmals in der großen Gruppe, wandernd, oder auf dem Fahrradsattel zu zweit oder zu dritt.

Von Frankreich schnell mal nach Italien

Eigentlich wollten wir uns bei dieser Tour ja nur einem Land, Frankreich, widmen. So ganz hat das am Ende dann doch nicht geklappt. Nachdem wir das Languedoc mit tollem Wetter, baden in klaren Flüssen und Seen und Kayak-fahren an der Ardèche hinter uns gelassen haben sah unser Plan vor einen Abstecher über die französischen Alpen zu machen und am Mont Blank Massiv wandern zu gehen. Zuvor hatte sich mein Uni-Freund Olli  gemeldet, der mit seiner Freundin in den Alpe unterwegs war. Also planten wir ein Treffen. Leider war das Wetter in Frankreich und der Schweiz nicht so, dass man auf Berge steigen sollte (oder wollte), also hat Olli die Wetterkarte gecheckt und das italienische Aostatal als gemeinsames Ziel ausgewählt.

Der Weg dorthin führte schon über ein paar anstrengende Pässe, alles um die Reisekasse nicht mit unnötiger Péage zu belasten. In Charmonix standen wir dann aber vor dem Mont Blank Tunnel und der freundliche Kassierer in seinem Häuschen wollte 57€ von uns haben. Die Frage ob wir auch einen Rückfahrt möchten haben wir geschockt abgelehnt und sind für den stolzen Preis in kürzester Zeit unter Europas höchstem Berg vom schlechten Wetter in Frankreich zum guten Wetter in Italien gefahren.

Der Campingplatz, den wir raus gesucht hatten und auf dem wir Abends um 10 Uhr mit Spaghetti begrüßt wurden lag auf 1900 Meter am Ende der Straße und direkt unterhalb des 4000 Meter hohen Grand Paradiso. Was wir nicht bedacht hatten, war dass es auf dieser Höhe nachts ziemlich kalt wird. So sind Olli und Manuela nach der ersten Nacht zu uns in den Camper umgezogen, in dem es dank Standheizung erträglich war.

Mit einem geliehenen Wanderführer vom Campnachbarn ging es für uns auf 2700 Meter zur Rifugio Vittorio Emanuele II, der Hütte, von der der als einfach geltende 4000 bestiegen wird. Nachdem wir unsere Mittagspause dort verbracht haben, sollte es laut Führer in ca. zwei Stunden wieder zurück zum Campingplatz gehen. Leider gab es diesen Weg nicht (mehr) und wir mussten bis zur nächsten Hütte Refugio Federico Chabod laufen,  um wieder absteigen zu können. Zwischenzeitlich dachten wir, wir müssten auf der zweiten Hütte übernachten, da es schon dunkel wurde. Als wir dann völlig fertig wieder im Tal waren, mussten wir noch einige Kilometer die Straße bergauf zum Campingplatz. Zum Glück kam zufällig ein Auto vorbei, dass Olli nach oben brachte, der uns kurze zeit später mit seinem Wagen abholte.

Am nächsten Tag haben wir es dann ganz ruhig angehen lassen, haben Burger gegrillt und Lagerfeuer gemacht, bevor es für uns nach Haus und für die anderen beiden weiter in Richtung Süden ging.

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