Packliste für 1 Woche Hüttenwanderung

Für eine lange Wanderung ist die richtige Ausrüstung wichtig. Bei einer Mehrtagestour ist es noch wichtiger sich mit dem Thema Ausrüstung auseinander zu setzen. Besonders die  Fragen „Was brauche ich wirklich?“ und „Wie viel wiegt das?“ sollte sich jeder im Vorfeld stellen. Denn, wer mit einem zu schweren Rucksack startet, wird wenig Spaß haben und die Sachen, die er nicht braucht, aber die ganze Zeit im Rucksack hat, verfluchen.

Während meiner Planung für die siebentägige Zillertal Runde mit Übernachtung in Hütten habe ich mich intensiv mit dem Thema auseinander gesetzt und vieles neu gekauft.  Ich habe Kategorien erstellt in denen ich meine Erfahrungen vorstelle.

  1. Kleidung:

Klar, wer sich den ganzen Tag draußen aufhält, braucht passende Kleidung. Wer schon mal in den Bergen unterwegs war weiß, wie schnell sich ein sonniger Tag in einen kalten Regentag wandeln kann. Darauf sollte man vorbereitet sein.

Schuhe:

Logisch, dass der passende Schuh mit das wichtigste ist. Das passende Wanderschuhe Sicherheit und Halt geben, dürfte ebenso klar sein. Ob halbhohe leichte Wanderschuhe oder schwere Bergstiefel hängt von den persönlichen Vorlieben  und besonders der geplanten Tour ab. Einen Schuh der den Knöchel vor dem Umknicken schützt halte ich persönlich für wichtig. Das die Schuhe gut eingelaufen und gegen Nässe imprägniert sind gehört zur Vorbereitung. Ich würd jeden Schuh unter Realbedingungen testen bevor ich mich damit auf eine Mehrtagestour begebe.

Oben:

Das Vier-Lagen-System hat sich für die Bekleidung bei Mehrtageswanderungen durchgesetzt. Es besteht aus einem Shirt (meistens aus Merino Wolle), einer Fleece Jacke, einer Softshell Jacke und einer Regenjacke. Der Vorteil ist, dass man sich schnell an Wetteränderungen anpassen kann. In der Sonne wird es schnell sehr heiß, im Schatten oder Wind hingegen kalt. Für die unterste Schicht wird in der Regel die teure Merinowolle verwendet, da sie atmungsaktiv und nicht kratzt. Außerdem ist Merinowolle geruchsarm, einen Aspekt, der nicht vernachlässigt werden sollte, außer man ist ganz alleine unterwegs. Die oberste Schicht, die Regenjacke wird nur bei Kälte Wind und Nässe gebraucht und kann sonst in den Rucksack wandern. Daher ist ein Blick auf das Packmaß der Jacke wichtig. Teurere Jacken haben eine Membranschicht, die Feuchtigkeit von innen nach außen transportieren soll.

Unten:

Eine Wanderhose soll bequem sein, genug Bewegungsfreiheit geben, vor Wind und etwas Regen schützen, schnell trocknen und robust sein. Am weitesten verbreitet sind sogenannte Soft-Shell Hosen, die wegen dem elastischen Material sehr bequem sind. Außerdem trocknen sie schnell und haben ein relativ kleines Packmaß. Meiner Meinung nach sehen viele dieser Hosen eher aus wie Jogginghosen die man zuhause auf dem Sofa trägt. Wer auch mal Abseits von Wegen unterwegs ist, greift besser zu einer klassischen Trekkinghose aus einem Baumwoll-Polyester Gemisch. Diese Hosen können mit Wachs regendicht imprägniert werden.

Eine kurze Hose ist, besonders in den Sommermonaten ebenfalls ratsam. Bei diesen gibt es die selben Varianten wie bei langen Hosen. Ganz findige Wanderer nehmen Zip Hosen bei denen man die Beide abtrennen kann. Zwei Hosen in einer, dafür nicht wirklich schön und auch nicht so bequem.

Auch wenn Soft-Shell Hosen schnell trocknen und Trekkinghosen imprägniert werden können, bei richtig starkem Regen hilft beides nur eine kurze Zeit. Dafür ist eine Hard-Shell Regenhose wichtig, die man sich bei Bedarf schnell überziehen kann. Wichtig dabei ist, dass man die Hose an den Beinen weit öffnen kann um rein zu kommen. Wie auch bei der Hard-Shell Regenjacke hilft eine Membran Feuchtigkeit von innen nach außen zu transportieren. Bei schönem Wetter wandert die Hose mit der Jacke in den Rucksack.

Neben der richtigen Hose sind die Socken wichtig. Thema Wandersocken: Sie sind teurer als normale, es gibt sie nicht im Fünferpack und es gibt viele Unterschiede. Unterschieden wird in Dicke der Socken, wie viel Halt bieten die Socken und  welches Material, was besonders was mit der Wärme zu tun hat. Die dicksten Socken bei einer Sommerwanderung machen wenig Sinn, auch wenn man das sich für die teure und atmungsaktive Merinovariante entschieden hat. Ich habe mich für ein Merino- Synthetik Mix entschieden, da die Socken atmungsaktiv sind sehr schnell wieder trocknen.

Auf der Hütte:

Wenn man nach einem anstrengenden Wandertag auf der Hütte ankommt will man raus. Besonders aus den Schuhen. Man muss auch raus, denn den Schlafbereich der Hütten darf man mit den Bergschuhen nicht betreten. Also braucht man Hüttenschuhe oder ähnliches. Auch hier gilt, klein und leicht ist wichtig, aber auch eine Gummisohle, falls man kurz raus muss, z.B. um das Außenlager zu erreichen. Ich habe mich für ein paar extrem leichte Sportschuhe entschieden.

Für die Übernachtung braucht man  noch Schlafshirt, Schlafanzug o.ä.

Wechselkleidung:

Hier gehen die Meinungen und Bedürfnisse auseinander. Die Frage ist, wie lange bin ich unterwegs, die stark schwitze ich und was will ich meinen Mitmenschen zumuten.

Weitere Kleidung:

  • Mütze und Handschuhe bei Höhe über 3000 im Herbst
  • Sonnenbrille

2. Equipment:

 Was ist Luxus und was ist unerlässlich. Fangen wir mal mit dem zweiten an:

Ohne richtigen Rucksack geht nichts. Bei Mehrtagestouren sind Größen von 30 – 40 Liter am verbreitetsten. Größere Rucksäcke neigen dazu schwerer zu werden, da man doch mehr mitnimmt. Ansonsten heißt es hier: Beraten lassen und nach Möglichkeit auch testen. Im Eigengewicht gibt es Unterschiede, darauf sollte ebenfalls beim Kauf geachtet werden. Eine Regenhülle sollte, wenn nicht dabei, mit gekauft werden.

Ebenso wichtig ist Wasser. Das kann man in den klassischen Kunststoff oder Metall Falschen transportieren oder sich ein Trinksystem kaufen. Ich nutze ein Trinksystem, so hat man immer die Hände frei, das Gewicht ist gleichmäßig verteilt und man kann trinken ohne den Rucksack abzusetzen. Die Systeme gibt es in 1 – 3 Liter Varianten, die meisten Rucksäcke haben Vorbereitungen für Schlauch und Behälter.

Um auf der Hütte übernachten zu dürfen ist ein Hüttenschlafsack vorgeschrieben. Das ist eine Art Schlafsack, der aus dünner Baumwolle besteht und eine Art Hygieneabstand zwischen Bett und Körper bildet. Es profitieren also Bett und die eigene Person davon. Ich nutze diese kleinen Schlafsäcke schon lange in Hostels, die nicht ganz meinem Hygienevorstellungen entsprechen.  Die leichtesten Varianten sind aus ägyptischer Baumwolle, es gibt auch Exemplare mit einer Imprägnierung gegen Insekten.

Weiteres Equipment:

  • Stirnlampe um nachts was aus dem Rucksack zu holen ohne alle zu wecken, oder um bei frühem Aufbruch den Weg zu finden.
  • Taschenmesser  ist mir zu schwer
  • Kulturbeutel – natürlich nur mit so viel Inhalt wie man wirklich braucht
  • Erste Hilfe und Medikamente
  • Ein Microfaser Handtuch. Der Vorteil gegenüber Baumwolle ist, das kleine Packmaß und das schnelle trocknen.

3. Technik:

Jetzt kommen wir zum Luxusteil. Bisher ist mein Rucksack mit ca. 7 Kg ohne Verbrauchsmaterial noch recht leicht. Aber ein Urlaub im Alpenpanorama ohne Fotos zu machen geht für mich nicht. Auch wenn die Smartphone Kameras immer besser werden, muss für die Blogfotos die DSLR mit. Außerdem die Gopro mit ein bisschen Zubehör. Da ich das Handy auch zum navigieren und loggen der Strecke nutzen werde, wird der Akku nicht den ganzen Tag halten. Statt einer Powerbank habe ich mich für ein 8W Solarpanel entschieden, das ich mir auf den Rucksack schnallen kann um so unterwegs Strom zu produzieren.

Insgesamt komme ich mit Wasser und Verpflegung dann doch auf gut 12 Kilo, was gerade so an der Gewichtsgrenze für mich ist.

Die ehemalige KHD Gasmotoren Produktion in Köln

Am Wochenende habe ich einem historischen Kölner Ort einen Besuch abgestattet, an dem Industriegeschichte geschrieben wurde. Es sind die ehemaligen Werkshallen der Deutz AG, die früher unter anderen Namen firmierte. Die Firma Deutz entwickelte 1867 in der Kölner Innenstadt den ersten Otto-Motor und arbeitete auf dem daraufhin gekauften Firmengelände im Deutzer Norden und Mülheimer Süden mit den Pionieren Gottlieb Daimler, Wilhelm Maybach und später auch Ettore Bugatti am Auto- und Motorbau. Dort wurde die erste Fließbandproduktion von Motoren in Europa installiert, die den Produktionsprozess beschleunigte. Das Unternehmen, dass 1864 unter dem Namen ‚N.A. Otto & Cie‘ gegründet wurde, wurde später zuerst in ‚Gasmotoren-Fabrik Deutz AG‘ und nach einer Fusion im Jahr 1938 in ‚Klöckner-Humboldt-Deutz AG‘ (KHD) umbenannt. Nach einer existenzgefährdenden Schieflage im Jahr 1996 wurde der Konzern im ‚Deutz AG‘ umbenannt unter der er bis heute Motoren herstellt.

Nach dem zweiten Weltkrieg, in dem Kriegsfahrzeuge gebaut und instand gesetzt wurden, lag der Fokus in den Wirtschaftswunderjahren auf dem Bau von Motoren, Lokomotiven, Nutzfahrzeugen sowie Bau- und Landmaschinen.

 Die langjährige Unternehmensgeschichte in Mülheim, Deutz und auch Kalk hat die Stadtteile stark geprägt. Neben den gründerzeitlichen Industriebauten aus rotem Backstein gibt es Wohnsiedlungen, die speziell für die Arbeiter geschaffen wurden. In Zeiten in denen es dem Unternehmen nicht gut ging hatten die Stadtteile mit hoher Arbeitslosigkeit und den daraus entstehenden Problemen zu kämpfen. Heute hat sich die Deutz AG fast komplett zurück gezogen – der Firmensitz ist nun im südlichen Porz. Bis zum Jahr 2017 sollen alle Hallen von der Deutz AG geräumt werden. Dann ist dieses Kapitel Wirtschaftsgeschichte Vergangenheit. Für das Gebiet gibt es große Umbaupläne. Als attraktive Stadtlage in Rhein-nähe haben viele Investoren ein Auge auf die Brachflächen, aber besonders auch auf die Industriedenkmäler geworfen. Die Stadt hat in einem Entwicklungskonzept die Nutzung für das Gebiet beschlossen. So soll neben Wohn- und Büroflächen auch wieder Industrie in den Hallen und Verwaltungsgebäuden angesiedelt werden.

 Der größte zusammenhängende Gebäudekomplex im Mülheimer Süden ist die ehemalige Gasmotoren Gießerei. Errichtet wurden die Backsteinhallen um 1900 – 2002 beendete die Deutz AG die Nutzung. Eine der Hallen wurde als „Möhning-Bau“ berühmt, da die Halle für die Kunst- und Gewerbeausstellung 1902 in Düsseldorf vom Architekten Bruno Möhning entworfen und nach der Ausstellung in Düsseldorf abgebaut und auf dem Werkgelände in Köln neu errichtet wurde.

 Der große Gebäudekomplex ist von außen schwer zu überblicken. Auf der einen Seite schirmen hohe Mauern und kleine Gebäude das Werkgelände ab, auf der anderen Seite ein langer zweistöckiger Bau, in dem die Verwaltung der KHD untergebracht war. Dieser Bau Nummer 23 wird heute teilweise wieder genutzt. Von der Straße aus kann man die endlose Zahl der Hallen, die direkt hinter dem Verwaltungsbau beginnen nicht sehen. Erst wenn man es in die Hallen geschafft hat, kann man sich vorstellen wie viele Menschen hier gearbeitet haben.

Bei der Aufgabe der Hallen wurden fast alle Maschinen demontiert. Was da blieb, erreichbar- und zu Geld machbar war wurde später entfernt. So findet man in keinen Hallen mehr Stromkabel, teilweise sind die Böden aufgerissen um an das Kupfer zu kommen. In vielen Hallen liegen die liegen gelassenen Isolierungen der Kabel Zentimeter dick auf den Böden. In den meisten Hallen hängen Kräne mit kleinen Führerständen, die Leitern dort hoch wurden in den meisten Fällen abgetrennt, vielleicht um Unfälle zu vermeiden. Selbst wann man nur im Erdgeschoss bleibt und nicht auf die Idee kommt auf den teilweise morschen Dächern umher zu spazieren lauern viele Gefahren. Es gibt unzählige Schächte und Löcher im Boden, manche mehrere Meter tief, andere mit Wasser gefüllt. Dort wo das Glas der Dachfenster kaputt ist holt sich die Natur die Hallen zurück. Es wachsen Büsche und Moos bedeckt den Hallenboden. Sprayer haben den Ort schon lange für sich entdeckt. Ein Großteil der Wände sind schon bemalt, leere Farbdosen findet man überall.

Bald wird sich an dieser Stelle viel verändern, das Gelände ist verkauft, die Planungen für die Umgestaltung laufen.

Familientreffen im Allgäu

Im Oktober war ich für eine Woche in Sonthofen im Oberallgäu.  Grund war ein jährlich stattfindendes Familientreffen. Da das Allgäu als Urlaubsregion mit den grandiosen Allgäuer Alpen punkten kann hatte ich im Vorfeld Mountainbike Touren rausgesucht und auch die Wanderschuhe eingepackt. Trotz nicht immer guten Wetters hat ein Großteil des Familientreffens draußen in der Natur stattgefunden. Oftmals in der großen Gruppe, wandernd, oder auf dem Fahrradsattel zu zweit oder zu dritt.

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